Ein brauner Labrador blickt auf seine Pfoten, während ihm die Krallen geschnitten werden

So schneidest du die Krallen deines Hundes sicher und einfach

Geschrieben von: Kasper

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Lesezeit 4 min

Krallenschneiden beim Hund bedeutet einfach, die Krallen deines Hundes zu kürzen. Du kannst die Krallen selbst schneiden oder die Pflege einem Profi überlassen. Das Krallenschneiden muss kein Kampf sein. Mit der richtigen Technik und etwas Geduld kannst du die Aufgabe problemlos zu Hause erledigen. In diesem Ratgeber erhältst du praktische Tipps, wie du die Krallen sicher schneidest – egal, ob du einen Welpen oder einen erwachsenen Hund hast.

Kurz erklärt: Wie oft und wie viel solltest du schneiden?

Bei den meisten erwachsenen Hunden sollten die Krallen etwa alle 4–8 Wochen gekürzt werden. Wie häufig dies nötig ist, hängt davon ab, wie schnell die Krallen wachsen und ob sie deinem Hund bereits Probleme bereiten. Regelmäßiges Krallenschneiden hilft, Schmerzen und Reizungen zu vermeiden.

  • Es ist Zeit für einen Krallenschnitt, wenn die Krallen den Boden berühren, während der Hund steht, oder wenn du ein deutliches „Klicken“ auf Parkett oder Fliesen hörst.

  • Wolfskrallen (Afterkrallen) an der Innenseite der Pfoten sollten häufiger kontrolliert und gekürzt werden – in der Regel alle 3–4 Wochen –, da sie sich beim Laufen nicht natürlich abnutzen.

  • Schneide immer nur kleine Stücke auf einmal, insbesondere bei schwarzen Krallen, um die Blutgefäße nicht zu verletzen.

  • Hunde, die hauptsächlich auf weichen Untergründen wie Gras oder Schnee laufen, benötigen häufiger einen Krallenschnitt als Hunde, die regelmäßig auf Asphalt unterwegs sind.

Die Krallen deines Hundes verstehen – bevor du zur Krallenschere greifst

Bevor du deinem Hund die Krallen schneidest, solltest du verstehen, wie die Kralle aufgebaut ist. Das macht den Unterschied zwischen einem sicheren Schnitt und einer unangenehmen Erfahrung.

  • Die Kralle besteht aus einer äußeren Hornschicht (dem Teil, den du schneidest) sowie lebendem Gewebe mit Blutgefäßen und Nerven im Inneren – dem sogenannten „Leben“ der Kralle.

  • Bei hellen Krallen kannst du die rosafarbene Blutbahn oft deutlich durch die Hornschicht erkennen.

  • Dunkle oder schwarze Krallen erfordern besondere Vorsicht, da das Leben von außen nicht sichtbar ist.

  • Beim Schneiden schwarzer Krallen erscheint in der Mitte der Schnittfläche ein dunkler Punkt. Das bedeutet, dass du dich dem Leben näherst und aufhören solltest.

  • Die Hornschicht bildet eine schützende Hülle um das empfindliche Gewebe und den kleinen Knochen im Inneren der Kralle.

  • Zu lange Krallen verändern die Belastung der Pfoten und Beine. Langfristig kann dies Schmerzen in den Pfotengelenken, Schultern und im Rücken verursachen.

Nahaufnahme einer Hundepfote, bei der die Krallen mit einer Krallenzange gekürzt werden.

Wann solltest du mit dem Krallenschneiden beginnen?

Je früher dein Hund an das Krallenschneiden gewöhnt wird, desto einfacher wird der gesamte Prozess. Es ist jedoch nie zu spät, damit anzufangen – bei erwachsenen Hunden braucht es lediglich etwas mehr Geduld.

Welpe (0–12 Monate)

  • Beginne bereits wenige Tage nach dem Einzug des Welpen mit dem Berühren der Pfoten – idealerweise ab einem Alter von 8 Wochen.

  • Berühre die Krallen täglich kurz und kombiniere dies mit kleinen Leckerlis.

  • Beim ersten echten Krallenschnitt reicht es aus, nur die Spitzen zu kürzen – auch wenn die Krallen noch nicht besonders lang sind.

  • Viele Hunde akzeptieren das Krallenschneiden problemlos, wenn sie bereits als Welpen daran gewöhnt wurden.

Erwachsener Hund

  • Erwachsene Hunde, die Krallenschneiden nicht kennen, sollten langsam daran gewöhnt werden.

  • Beginne damit, dass der Hund die Berührung einer Pfote akzeptiert.

  • Anschließend berühre die Krallen mit der Krallenschere oder dem Krallenschneider, ohne zu schneiden.

  • Danach folgt ein einzelner Schnitt mit viel Lob und Belohnung.

  • Sowohl Hund als auch Halter sollten sich sicher fühlen – nimm dir die Zeit, die nötig ist.

Das richtige Zubehör für den Krallenschnitt

Mit dem passenden Werkzeug wird das Krallenschneiden einfacher und sicherer – sowohl für dich als auch für deinen Hund.

  • Eine scharfe Krallenschere oder Krallenzange in der passenden Größe – klein für kleine Hunderassen, größer für große Hunde.

  • Ein blutstillendes Produkt (z. B. Blutstopp-Pulver), falls du versehentlich zu weit schneidest und die Kralle blutet.

  • Besonders schmackhafte Leckerlis zur Belohnung während des gesamten Vorgangs.

  • Eine Schleckmatte mit Leberwurst oder Erdnussbutter kann den Hund beschäftigen, während du die Krallen schneidest.

So schneidest du die Krallen deines Hundes – Schritt für Schritt

Wenn du unsicher bist, wie man einem Hund die Krallen schneidet, hilft dir diese einfache Anleitung dabei, die Krallen stressfrei zu kürzen. Denke daran: Lieber mehrere kleine Schnitte als ein großer.

  1. Lass deinen Hund an einem sicheren Ort stehen oder liegen, zum Beispiel auf einer Decke im Wohnzimmer oder auf einem rutschfesten Tisch.

  2. Berühre alle Pfoten ruhig, bevor du beginnst, und belohne den Hund, wenn er ruhig bleibt.

  3. Halte die Pfote fest, aber sanft – vermeide Druck.

  4. Bei hellen Krallen: Schneide 3–4 mm vor dem sichtbaren rosafarbenen Blutgefäß mit einigen Millimetern Sicherheitsabstand.

  5. Bei schwarzen Krallen: Schneide in kleinen Schritten von etwa 1 mm und höre auf, sobald du einen dunklen Punkt oder eine feuchte, glänzende Oberfläche in der Mitte der Kralle siehst.

  6. Schneide leicht schräg von beiden Seiten, damit die Kralle ihre natürliche Form behält.

  7. Belohne nach jedem Schnitt – besonders in den ersten Trainingsphasen.

  8. Bei nervösen Hunden: Schneide maximal eine Pfote pro Sitzung und lege dazwischen Pausen mit Leckerlis ein.

  9. Vergiss die Hinterpfoten nicht – die Krallen dort sind oft kürzer und leichter zu schneiden. Beginne daher gerne dort.

  10. Lieber etwas zu wenig schneiden und in einigen Wochen nachkürzen, als zu viel auf einmal zu entfernen.

Ein Hund sitzt bei seinem Besitzer und bekommt die Krallen mit einem kleinen Krallenschneider gekürzt.

Krallenschneiden möglichst stressfrei gestalten

Das Ziel ist, dass das Krallenschneiden zur Routine wird – und nicht zum Kampf. Dafür sind positive Erfahrungen und Geduld entscheidend.

  • Verwende während des gesamten Vorgangs kleine, häufige Belohnungen – vor, während und nach jedem Schnitt.

  • Du kannst das Krallenschneiden auf mehrere Tage verteilen: zwei Krallen am Montag, zwei am Dienstag – besonders bei nervösen Hunden oder kurzen Pflegeintervallen.

  • Manche Hunde benötigen professionelle Unterstützung durch einen Tierarzt oder einen ausgebildeten Hundefriseur, insbesondere bei starker Angst oder sehr langen Krallen.

  • Bitte deinen Tierarzt oder Hundefriseur, dir beim ersten Mal die richtige Technik zu zeigen, wenn du unsicher bist.

  • Zu zweit ist es oft einfacher: Eine Person hält und beruhigt den Hund, die andere schneidet die Krallen.

  • Wenn dein Hund bereits schlechte Erfahrungen mit dem Krallenschneiden gemacht hat, solltest du dir besonders viel Zeit nehmen, um Vertrauen mit vielen Leckerlis und kurzen Trainingseinheiten wieder aufzubauen.

Mit etwas Übung wird das Krallenschneiden schnell zu einem normalen Bestandteil des Alltags. Die meisten Hunde gewöhnen sich daran, wenn alles ruhig und positiv gestaltet wird. Beginne mit kleinen Schritten, belohne großzügig und denke daran: Es ist immer besser, etwas zu wenig als etwas zu viel abzuschneiden.